Ludwig-Schwamb-Schule: Widerstand im Nationalsozialismus (An der Philippsschanze 3)

Nach dem Sozialdemokraten und Widerstandskämpfer Ludwig Schwamb ist an der Philippsschanze in Mainz eine Grund- und Hauptschule benannt. Eine Büste in der Eingangshalle erinnert an den Namensgeber.

Schwamb wurde am 30. Juli 1890 im rheinhessischen Undenheim geboren. Er studierte Jura und trat in den Staatsdienst ein. 1928 berief ihn der Innenminister des Volksstaats Hessen, Wilhelm Leuschner, in sein Ministerium nach Darmstadt. Bereits als junger Jurist war Schwamb in Mainz der SPD beigetreten. In den Darmstädter Jahren schuf der zum Staatsrat aufgestiegene Schwamb unter anderem eine neue hessische Gemeindeordnung. 1933 lösten die Nationalsozialisten die Regierung Adelung auf. Auch Schwamb wurde am 12. Juni 1933 entlassen. Er fand eine Anstellung als Syndikus der Berliner Schuhfabrik Tack.

1938 nahm Schwamb Kontakt zu den Sozialdemokraten Wilhelm Leuschner, Julius Leber und Carlo Mierendorff auf, die in dieser Zeit aus dem KZ entlassen worden waren. Seine Wohnung in Berlin-Wilmersdorf entwickelte sich zu einem geheimen Treffpunkt des Widerstandes. Schwamb gehörte dem "Kreisauer Kreis" an und leitete für den Raum Frankfurt die Vorbereitungen für den Umsturz im Anschluss an ein geglücktes Attentat auf Hitler. Doch Hitler überlebte den am 20. Juli 1944 auf ihn verübten Anschlag. Bereits drei Tage darauf wurde Schwamb, ebenso wie viele andere Mitglieder des Widerstandes, im Rahmen der Aktion "Gewitter" verhaftet. Nach schweren Monaten der Haft in Frankfurt und Berlin, in denen er immer wieder Misshandlungen ausgesetzt war, wurde Schwamb am 23. Januar 1945 vom Volksgerichtshof wegen Hoch- und Landesverrats zum Tode verurteilt. Er wurde noch am selben Tag hingerichtet.