Das Lager „Rhein“ auf der Ingelheimer Aue (Gassnerallee 45-47)

Im Frühsommer des Jahres 1944 wurde das Außenlager Mainz-Weisenau des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert auf die Ingelheimer Aue verlegt, wo man auf dem Gelände der Firma Pfleiderer nahe der Nordspitze ein neues Lager errichtete. Es wurde durch SS-Mannschaften bewacht und war von dem Zivilarbeiterlager der Firma Pfleiderer durch einen Zaun getrennt. Im Gefangenenbuch B des Polizeigefängnisses wird es als „Polizeihaftlager" bezeichnet; es handelte sich jedoch offenbar um ein SS-Sonderlager bzw. „Arbeitserziehungslager" für Häftlinge aller Nationalitäten.

Das Lager bestand zunächst lediglich aus einer Baracke, in der die Häftlinge untergebracht waren. Statt der vorgesehenen 40 hausten hier 150 bis 200 Häftlinge. Sie schliefen auf dem mit Spänen bestreuten kalten Zementboden. Pritschen waren nicht vorhanden. Sanitäranlagen fehlten völlig.

Bei Bombenangriffen durften die Häftlinge nicht in dem Bunker Schutz suchen, den sie für das Wachpersonal hatten errichten müssen. Ihnen standen als einziger Schutz schräg aufgestellte Betonplatten zur Verfügung. Die Reste des Bunkers für die Wachmannschaft sind noch heute unter dichtem Gestrüpp am Rande des Werksgeländes (heute: Wepa Papierfabrik Mainz, ehemals Hakle) vorhanden.