Turnhalle der Feldbergschule: Sammelstelle zur Deportation von Mainzer Juden im März 1942 (Feldbergplatz 4/Hafenstraße)

Bei der ersten Deportation von Mainzer Juden am 20. März 1942 diente die Turnhalle der Feldbergschule als Sammelstelle. Von hier wurden die zum Abtransport bestimmten Juden in der darauf folgenden Nacht zum Güterbahnhof gebracht. Über ein Zwischenlager in Darmstadt wurden sie nach Piaski in Polen deportiert, von wo noch einige Postkarten eintrafen. Wenige Monate später wurden alle, die nicht bereits an Hunger und Seuchen gestorben waren, in den polnischen Vernichtungslagern Belzec und Sobibor ermordet.

Mit Hilfe der französischen Militärregierung und der Stadt Mainz konnte am 10. September 1947, dem jüdischen Neujahrsfest, in der Turnhalle der Feldbergschule eine provisorische Synagoge eingeweiht werden. Am 6. Dezember 1947 enthüllte Michel Oppenheim, Mitgründer der Gemeinde und Kulturdezernent der Stadt Mainz, in den Räumlichkeiten zwei Tafeln zum Gedenken an die Opfer des NS-Terrors.

Die Turnhalle der Feldbergschule diente bis 1952 als Stätte des Gebets und als Versammlungsort, bis die kleine jüdische Nachkriegsgemeinde das von Bomben zerstörte Haus in der Forsterstraße 2 wieder aufgebaut hatte. Der dort eingerichtete Betsaal, längst zu klein geworden, wurde nun, 2010, durch die neue Synagoge ersetzt.

An der Außenwand der alten Turnhalle der Feldbergschule (Seite Hafenstraße) informiert eine Gedenktafel über die wechselvolle Geschichte des Gebäudes.