Metallarbeiterheim (Kaiser-Friedrich-Straße 7)

Das ehemalige Metallarbeiterheim nach der Bechlagnahme durch die Nationalsozialisten (Foto um 1936)

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Metallarbeiterheim in der Gerichtsstraße 7 (heute: Kaiser-Friedrich-Straße) Zentrum des gewerkschaftlichen Lebens in Mainz. Hier besaßen sowohl die Verbände der "Metaller" als auch der Gemeinde- u. Staatsarbeiter, der Maler und Tüncher, Binnenschiffer, Eisenbahner sowie der Zentralverband der Angestellten und der Allgemeine Deutsche Beamtenbund ihre örtlichen Verwaltungsstellen. Außerdem gab es im Haus ein Heim für wandernde Handwerksburschen und eine Gaststätte.

Der 1. Mai 1933 war von den Nationalsozialisten zum "Feiertag der Nationalen Arbeit" erklärt worden. In Massenveranstaltungen begingen die NS-Formationen den Tag gemeinsam mit den freien Gewerkschaften, deren Weiterexistenz zu diesem Zeitpunkt noch möglich erschien. Doch bereits am darauffolgenden Tag wurden im gesamten Reich die Gewerkschaftshäuser gewaltsam besetzt und führende Gewerkschaftsvertreter verhaftet. Die Gewerkschaften wurden in die am 10. Mai 1933 gegründete "Deutsche Arbeitsfront" (DAF) überführt, die praktisch eine Zwangsvereinigung für Unternehmer und Arbeitnehmer darstellte, aber gleichzeitig die Weisungsbefugnisse des Unternehmers als "Betriebsführer" deutlich ausdehnte, ohne den Arbeitern wirksame Interessenvertretungsmöglichkeiten einzuräumen.

Auch in Mainz wurden an diesem Tag Gewerkschaftsbüros besetzt und Gewerkschaftsfunktionäre verhaftet.