Gerichtsgefängnis (Diether-von-Isenburg-Straße)

Das Gerichtsgefängnis (1912)

Im Gerichtsgefängnis in der Diether-von-Isenburg-Straße, erbaut 1906 bis 1910, waren von 1933 an neben Strafgefangenen u.a. politische Häftlinge und, gegen Ende des Krieges, auch desertierte deutsche Soldaten und ausländische Zwangsarbeiter inhaftiert. 1934 starb in dem Gefängnis die jüngste ehemalige Reichstagsabgeordnete, Franziska Kessel (KPD), vermutlich infolge von Misshandlungen während der Haftzeit.

Vielen der politischen Häftlinge wurde vom Sondergericht Darmstadt, das im gegenüberliegenden Gerichtsgebäude tagte, der Prozess gemacht.

Das Gefängnis war wegen seiner schlechten Haftbedingungen berüchtigt. In den Zellen wimmelte es von Ungeziefer; die hygienischen Verhältnisse waren unzumutbar. Während des Krieges war die Einrichtung, die meist als Durchgangsstation für Transporte in Konzentrations- und Arbeitserziehungslager und andere Haftanstalten diente, völlig überbelegt, und die Gefangenen mussten großen Hunger leiden.

Bis 2002 war hier noch die Justizvollzugsanstalt Mainz untergebracht, bis sie durch einen Neubau in Rohrbach bei Wöllstein in Rheinhessen ersetzt wurde. Das alte Gebäude in der Diether-von-Isenburg-Straße wird umgebaut und soll in Zukunft Büros aufnehmen.